Mit dieser halbfigürlichen Profilansicht schafft Kollwitz ein typisiertes Bildnis des Alters: Die Jahre haben den Rücken gebeugt, das Profil ist verschattet, mit halb geschlossenen Augen schweift der Blick gedankenvoll ins Leere.
Als Vorlage zu diesem Motiv dienen ihr möglicherweise die Altersbildnisse von Rembrandt.
Die Haltung der alten Frau inspirierte wiederum den Bildhauer Gustav Seitz (1906–1969) bei der Bildfindung seines Denkmal für Käthe Kollwitz, das 1956 vom Magistrat der Stadt in Auftrag gegeben und 1961 auf dem Kollwitzplatz in Berlin aufgestellt wurde. Historische Fotografien belegen, dass eine Reproduktion dieser Lithografie ihn während seiner Arbeit daran begleitete.